Kritische Akademie

 



Franz Angerer - Bildhauer

geb. 1953 in Hammer
1967 entstehen die ersten Materialbilder
Seit 1980 freischaffender Bildhauer
Bevorzugte Materialien: Metall und Holz
Ausgestellte Werke: Holzschnitte, Objektkästen, Materialbilder und Holzskulpturen

Das Werk Franz Angerers ist in mancherlei Hinsicht von prosaischer Natur. Da ist einmal das breite Spektrum der eingesetzten Materialien in denen, sich das Werk des Künstlers manifestiert aber auch die formale Vielfalt und die Demonstration einer tatsächlich beherrschten handwerklichen Bravour und Brillanz. Sie ist Ausdruck der Offenheit und der Experimentierlust des Künstlers. Franz Angerer entspricht dem Ineinandergreifen von Materialien, Objekten und deren Bildern mit seinem, simultanen Arbeiten. Mancher Werkstoff liegt jahrelang herum, bis sich eine plastische Vorstellung an sie heftet.

Wie der prozeßhafte Zustand seiner Werkstatt mit allen materiellen Inventar ist Angerers Intension, in seinen anschaulichen Kreationen die Komplexität der Welt einzufangen und in neuartiger Weise wiederzugeben. Die Natur mit all ihren physischen und geistigen Erscheinungen, Stoffen und Formationen bildet die Basis und auch dass Korrektiv für seine Arbeiten.

Unabhängig von den Kategorien zwischen Skulptur, Objekt, Materialbildern, Wasserzeichen und Holzschnitt dokumentiert das Werk den Weg einer eigenen Kunstvision. Einfach und überzeugend reduziert er auf ungewohnte Weise seine Kunst auf ein vertrautes und nachvollziehbares Maß alter handwerklicher Kulturprägung - und bleibt doch offen agierend für die Neuformulierung von Werten in der Kunst unserer Zeit. Die Art und Weise, wie Angerer aus der Verhaftung an ein Arbeitsmittel die sinngebende Beziehung zwischen Wirklichkeit und Kunst immer wieder neu umkreist und transponiert, ermöglicht die Identifikation mit einem höchst spannungsreichen zeitbezogenen Prozess der Freisetzung kreativer Energien.

Im Laufe seiner Werkentwicklung hat Franz Angerer eine Reihe von Motivgruppen geschaffen, von denen eine jeweils aus der anderen hervorgeht und die sich gegenseitig abwechseln, teils auch einander überschneiden. Er untersucht sie mit behutsamer Geduld auf ihre bildnerische Ergiebigkeit überträgt Entdeckungen und Funde, die er in der einen gemacht hat, versuchsweise auf die andere und findet neue Kombinationen. Die Wahrnehmung selbst wird hier thematisiert und so gestaltet sich die Betrachtung der Angerschen Materialbilder als ein assoziativer Sehprozess, der über mannigfache Transformationen und Aberrationen zur Anschauung der Mehrdeutigkeit visueller Sensationen führt. Sphären von Natur, Technik und Kunst werden in seiner "Neuen Natur" aufeinander zu bewegt.

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